Sind wir selber verantwortlich für unser eigenes Unglück?

Kategorie: Mentale Gesundheit. Überwindung des Ego.
Lesezeit: ca. 4 Minuten


Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, wer für dein Glück und dein Unglück in deinem Leben verantwortlich ist? Und während du so darüber nachgedacht hast, sind dir dabei mehr die Anderen in den Sinn gekommen – die dies oder jenes getan oder nicht getan haben, während all das geschah, was geschah? Oder blickst du bei dieser Frage mehr auf dich selbst? Auf all das, was du aus deiner eigenen Entscheidung und Bewusstheit heraus getan oder gelassen hast?

Losgelöst davon, ob du in die eine oder andere Richtung blickst, fest steht: Jeder Mensch ist verantwortlich für sich selbst und sein eigenes Verhalten. Kein anderer!

Das ergibt ja auch Sinn. Vor allem dahingehend, dass keiner außer dir fühlen kann, was du fühlst. Keiner hat dein Leben so gelebt, wie du es gelebt hast und lebst. Dich gibt es kein zweites Mal auf dieser Welt, in diesem Universum. Du bist einzigartig. Also wie soll jemand das sehen, denken und fühlen, was du siehst, denkst und fühlst? Denn wenn es nicht so wäre, würde das bedeuten, wenn du dich am Knie verletzt hättest, dass der andere dann humpeln würde. Dass der andere ein Pflaster bekommen würde. Das der andere sich hinlegen und ausruhen müsste, obwohl es doch dein Knie ist.

Alles befindet sich nur in uns selbst.

Bestimmt kennst du das. Auf einmal taucht da plötzlich Traurigkeit in dir auf, so ganz ohne Grund. Einfach so fühlst du dich traurig. Und ein anderes Mal bist du voller Glück, Freude und Euphorie. Auch, einfach so. Dabei finden wir dann das eine blöd und wollen es nicht haben und das andere finden wir schön, wollen es festhalten, damit es bleibt. Ist das nicht paradox? Es ist als würden wir einen Teil von uns wollen und den anderen ablehnen. Wie als würden wir nur ein halbes Leben leben wollen.

Okay, lass uns dazu noch ein bisschen genauer hinschauen: Egal in welcher Lebenssituation und Lebenslage wir uns befinden, wenn du an einem Punkt in deinem Leben angekommen bist, in dem alle deine Wünsche und Bedürfnisse erfüllt sind und du nicht aufpasst und dir dessen bewusst bist, wird dennoch etwas in dir auftauchen, dass dir nicht gefällt. Wird dennoch etwas in dir suggerieren wollen, das da doch noch was fehlt. Das da doch noch nicht alles okay ist. Kommt dir das vielleicht bekannt vor? Das paradoxeste daran ist dann: Das dieses etwas, das in dir selbst hochgekommen ist, jemand anderen oder irgendwelche Umstände dann dafür verantwortlich machen möchte.

Wir fühlen uns schlecht, wir fühlen uns gut.

Wenn ich dir jetzt sage, dass du all diese Gedanken und Gefühle nicht bist, wirst du vielleicht komisch schauen und den Kopf schütteln. Doch genau so ist es. All die Gefühle, Bewertungen, Gedanken, sind Ansammlungen aus deiner Vergangenheit. Epigentisch betracht, liegen diese Ansammlungen sogar noch vor deinem Leben. Doch das wollen wir an dieser Stelle nicht weiter vertiefen. Und es bleibt dabei – niemand außer dir selbst ist für deine Gefühle verantwortlich!

Niemand kann dich traurig machen. Niemand kann dich wütend machen. Niemand kann dich glücklich machen. Denn du bist von allein glücklich. Du bist von allein wütend. Du bist von allein traurig. Solange du das nicht anerkennst und lebst, wirst du dein eigener Sklave sein und bleiben.

Die Meisterschaft über uns selbst…

erreichen wir dann, wenn wir erkennen: Ich selbst bin verantwortlich für alles, was in mir geschieht. Was immer in mir auftaucht – ohne jegliche Ausnahme. Ich selber bin dafür verantwortlich!

Es kann sein, dass dich das im ersten Moment vielleicht wütend oder traurig macht. Und das ist okay. Mir ging es genauso. Weißt du, dabei darfst du wissen: Solange wir andere dafür verantwortlich machen, wie wir uns fühlen, geben wir unsere eigene Verantwortung ins außen ab. Wir verfallen der Illusion, dass wir von anderen abhängig sind, wie wir uns fühlen.

Und es geht noch weiter. Indem wir – ob bewusst oder unbewusst – beschließen, die Verantwortung dafür abzugeben, fühlen wir uns automatisch besser. Und aus der Betrachtungsweise der Logik des Egos heraus ergibt das auch Sinn. Denn wenn wir es auf andere schieben, sind wir selbst nicht diejenigen die etwas „falsch“ gemacht haben. Es sind sind die Anderen. So müssen sich weiterhin all die anderen da draußen verändern, nur wir selber nicht. Doch solange du es für dich nicht veränderst und weiterhin andere dafür verantwortlich machst, wirst du immer ein Sklave bleiben. Denn niemand ist in der Lage einen anderen Menschen zu verändern.

Du kannst andere nicht verändern. Veränderung beginnt in dir.

Es ist unmöglich jemand anderen zu verändern. Jeder Mensch hat sein Recht auf sein eigenes Leben. Jegliche Veränderung kann stets nur aus der Person selbst heraus geschehen.

Wir können anderen Menschen stets nur so viel geben, wie sie selber bereit sind von uns anzunehmen.

Natürlich ist es leichter immer den anderen die Schuld zu geben. Und gerade weil wir den anderen verantwortlich machen , erkennen wir nicht, dass die grundlegende Verantwortung bei uns selbst liegt. Die grundlegende Veränderung braucht es in dir selbst! Es bleibt also dabei: Solange du immer wieder andere verantwortlich machst, wirst du ein Sklave bleiben. Du bist und bleibst in der Falle. In deiner eigenen Falle.

Doch wenn du erkennst, dass du selbst verantwortlich bist für all deine Handlungen. Wenn du es schaffst, das für dich selber anzuerkennen und zu leben, dann wirst du dich leichter fühlen. Denn dann bist du von den anderen befreit. Jetzt kannst du von dir aus handeln. Du kannst frei und glücklich sein. Selbst wenn die ganze Welt um dich herum unfrei und unglücklich ist.

Und die erste Freiheit besteht darin, nicht mehr die anderen dafür verantwortlich zu machen und zu erkennen, dass du selbst verantwortlich bist. Dann wird für dich auf einmal so viel möglich werden. Dann wird es magisch.

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